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Am nächsten Morgen wurde ich durch das schrille Klingeln des Weckers brutal aus meinen Träumen gerissen. Murrend streckte ich meinen Arm in die gnadenlose Kälte außerhalb der Bettdecke und tastete auf dem Nachttisch nach dem Wecker. Ich bekam etwas metallenes zu fassen und drückte darauf herum, in der Hoffnung den ´Off-Knopf´ zu finden. Doch der Alarmton wurde nur immer schriller und lauter, und ich fummelte immer hektischer an dem Ding rum. Als der Wecker immer noch keine Ruhe gab, verloren meine gepeinigten Ohren schließlich die Geduld und ich fegte den Wecker mit einer heftigen Bewegung vom Nachttisch.
Doch ich hörte ein völlig Wecker-untypisches Splittern und der Alarm piepte auch fleißig weiter! Na wunderbar, da hatte ich mal wieder meine Lampe zerstört! Schon die dritte in diesem Monat… Langsam müsste ich den Unterschied zwischen Wecker und Lampe doch kennen…
Mit einem genervten Seufzer schlug ich die Decke zurück und grabschte nach dem Wecker, den ich nun nicht mehr verwechseln konnte, da nichts anderes mehr auf dem Nachttisch stand.
Ich streckte dem piependen Ding die Zunge raus und warf es dann mit voller Wucht auf den Boden, sodass sich das nervtötende Piepen ganz schnell in ein klägliches Geräusch verwandelte und schließlich ganz verstummte.
Mit einem zufriedenen Grinsen stieg ich über die Scherben, die ich im schwachen Morgenlicht erkennen konnte und knipste mit dem Lichtschalter neben der Tür die Deckenbeleuchtung an.
Gerade als ich ein paar Klamotten aus dem Kleiderschrank fischen wollte, klopfte es zaghaft an der Tür und meine Mutter kam, ohne eine Antwort abzuwarten, rein. „Ich hab komische Geräusche gehört…“, meinte sie etwas verschreckt dreinblickend.
„Ist alles in Ordnung!“, versicherte ich ihr, doch da fiel ihr Blick auf die Leichen vor meinem Bett. Mit hochgezogener Augenbraue sah sie mich an. „Gleich beide??“ Ich zuckte mit den Schultern.
Kopfschüttelnd drehte sie sich wieder um und schloss mit einem „Das ist das letzte Mal, dass ich dir den Schrott bezahle!“ die Tür.
Ich beschloss, den Gegenständen auf meinem Nachttisch in Zukunft Schutzkleidung anzuziehen und wand mich dann wieder meinem Kleiderschrank zu…


Als ich nach der Schule zusammen mit Julian und Lisa, einer guten Freundin, auf den Bus wartete, überlegten wir wie immer, womit wir uns heute die Zeit vertreiben könnten.
„Bitte lass uns nicht wieder durch die Stadt laufen, meine Füße sind mächtig geschädigt!“, grummelte Lisa und betrachtete ihre Chucks wehleidig. Da ich heute auch keine große Lust hatte, wieder wahllos durch die Stadt zu traben, nickte ich.
„Okay, dann kommt halt zu mir!“, bot Julian an. „Gerne! Ihr könntet rheintheoretisch ja auch zu mir kommen, aber ich glaube kaum, dass ihr die Gegenwart meiner gestörten Schwester ohne Folgeschäden ertragen könntet!“, sagte ich und rollte mit den Augen.
Grinsend strich Lisa sich eine lilane Haarsträhne hinters Ohr und meinte: „Ich weiß, dass ich dich bemitleiden sollte, aber deine Schwester ist einfach zu lustig!“
Zerknirscht sah ich sie an. Als Außenstehende würde ich das Verhalten meiner kleinen Schwester sicherlich auch amüsant finden, aber es gab einen meilenweiten Unterschied dazwischen, sie ab und an am Hals zu haben und sie jeden Tag ertragen zu müssen!
„Also gut, dann kommen wir so gegen 4 zu dir!“, kam Lisa wieder zum Thema zurück. „Mia und Spike werden sicher auch noch vorbeikommen.“
In diesem Moment hielt der Bus mit quitschenden Reifen am Bürgersteigrand und während die kleinen Kinder sich wie ausgehungertes Wild darauf stürzten, erhoben wir uns gemütlich von den Plastiksitzen des Wartehäuschens. Seid 6 Jahren waren jeden Tag genug Sitzplätze für jeden da, wieso sollte das heute anders sein??
Nach 10 Minuten Fahrt stieg ich an der Haltestelle in der Nähe unseres Hauses aus und winkte Lisa und Julian noch kurz zu, bevor ich nach Hause marschierte.
Zum Glück war niemand da, so konnte ich den Elternbrief einfach auf den Küchentisch legen und würde die Standpauke erst heute Abend zu hören bekommen!
Ich machte mir das Mittagessen warm und nachdem ich gegessen hatte, zog ich mich noch ein wenig auf mein Zimmer zurück, um Musik zu hören. Das Monster war nicht da, anscheinend war sie nach der Schule mit zu einer ihrer genauso hirnamputierten Freundinnen gegangen.
Ich genoss es, einmal in Ruhe Musik hören zu können und ordnete mein Geschreibsel auf dem Schreibtisch ein wenig, während das My Chemical Romance-Album lief.

Als ich bei Julian ankam erwartete mich eine Überraschung. Alle waren schon da, doch es war eine Person zu viel! Neben Julian, Lisa, Spike und Mia war noch jemand anderes im Zimmer! Auf einem Sitzsack, der schon ziemlich an Füllung verloren hatte, saß ein Mädchen mit kurzen blonden Haaren und schwarzen Klamotten. „Das ist Ramona, eine neue Klassenkameradin von mir!“, stellte Mia das Mädchen vor und Ramona lächelte mich an. Auch wenn ich ziemlich verwirrt über den Zuwachs unserer Clique war, kam sie mir recht symphatisch vor und so setzte ich mich neben sie, um mich ein bisschen mit ihr zu unterhalten.
Ich stellte fest, dass sie wirklich nett war. Das Einzigste was mich störte war, dass sie Julian immer wieder gierige Blicke zuwarf! Ich wusste nicht genau warum, aber der Gedanke, dass sie sich an ihn ranmachen würde, gefiel mir ganz und gar nicht…



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