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„2/3x + 9/11 y : x² * x³ = x² - 19 y “
Krampfhaftt starrte ich auf das Mathebuch herunter und versuchte einen Ansatz für die Lösung der Aufgabe zu finden. Doch ich konnte mich einfach nicht konzentrieren! Die quitschigen Stimmen von Blogg27, die aus dem Nebenzimmer drangen, brachten mich so um den Verstand, dass es mir einfach nicht möglich war, meine Hausaufgaben zu machen!
Es war 21.30 Uhr abends und langsam wurde es wirklich Zeit, wenn ich morgen nicht schon wieder einen Elternbrief wegen vergessener Hausaufgaben mit nach Hause bringen wollte.
Doch es war sinnlos!
„Liz, mach den Scheiß leiser!“, schrie ich aufgebracht, doch durch das Gejaule war es meiner kleinen Schwester unmöglich mich zu verstehen.
Und selbst wenn sie mich gehört hätte, hätte sie die Musik nicht ausgemacht! Dieses kleine 11jährige Blag war das Schlimmste, was mir je untergekommen war! Jeden Tag drehte sie ihre Anlage auf, um mich mit Scheiß, wie Blogg27, Rihanna, oder ähnlichem Pop-Müll zu nerven! Da konnte ich meine Musik noch so laut stellen, ihre übertönte stets den Klang meiner etwas mickrig ausgefallenen Anlage!
Ich konnte mein Zimmer auch nie verlassen, ohne die Tür abzuschließen! Das kleine Monster hatte einen Narren daran gefressen, meine Sachen zu durchstöbern und frisch geschriebene Songtexte zu zerreißen, oder meine CDs zu zerkratzen!
Noch nie, wirklich nie, hatte ich einen Moment erlebt, in dem ich irgendwas Symphatisches an dem kleinen Biest feststellen konnte! Dass sie nie und nimmer meine Schwester sein konnte, stand außer Frage, aber ich wunderte mich immer wieder darüber, dass meine Eltern sie nicht zur Adoption freigaben! Merkten die etwa nicht, dass sie den Teufel im Haus hatten??
Vielleicht wollten sie das Biest auch einfach keiner anderen Familie antun… lobenswert!
Doch für Gedanken an die Gutmütigkeit meiner Eltern stand mir der Sinn im Moment wirklich nicht! Ich kochte vor Wut!
Mit einem lauten Knall schlug ich das Mathebuch zu und pfefferte es in meine Tasche, wobei ich dieses dämliche Fach lautstark verfluchte und meine Schwester zur Hölle wünschte.
Ich wollte gerade zu ihrem Zimmer poltern, um ihre beschissene Anlage aus dem Fenster zu werfen, als mich das Klingeln der Haustür in meinem Vorhaben unterbrach.
Ich sprang die Treppe hinunter und machte die Tür auf.
Als ich meinen besten Freund Julian davorstehen sah, verwandelte sich meine mürrische Miene sofort in ein Lächeln. Mit einer kurzen Umarmung begrüßte ich ihn. „Du bist meine letzte Rettung!“, seufzte ich genervt und schon hatte ich mir meinen Parka vom Garderobenhaken geschnappt und die Tür zugeworfen. Ich zog mir meine Jacke an und grinste Julian zu, der mich ein wenig skeptisch betrachtete. „Wo willst du denn jetzt hin??“, fragte er und ich zuckte mit den Schultern. „Hauptsache weg von diesem Irrenhaus!“
Ich warf noch einen bösen Blick zum Fenster meiner Schwester, aus dem immer noch gedämpfte Musik zu hören war. Die beiden Möchtegern-Bad-Girls wurden mittlerweile durch Béyonce abgelöst. Welch eine Schande eine ´Schwester´ mit so schlechtem Geschmack zu haben!
Ich lief einfach drauf los und Julian trottete neben mir her. „Irgendwas Besonderes, dass du bei mir geklingelt hast?“, fragte ich. „Nö, mir war bloß so langweilig und ich dachte, wir könnten noch ein bisschen gammeln.“
Ich lachte. „Bei mir zu Hause kriegt man heute Abend nur Kopfschmerzen! Liz hat mal wieder einen ihrer besonders-laut-Musik-hör Tage…“
Julian grinste. „Mein Gott, bin ich froh, dass meine Schwester älter ist als ich…Wunderbare Ruhe, wenn sie in der Uni ist, Gespräche auf vernünftiger Basis und jemand, der immer schön die Hausaufgaben für mich machen kann…“, frotzelte er.
„Glaub ja nicht, dass ich dich jetzt beneide!“, meinte ich und streckte ihm die Zunge raus.
Er grinste nur weiter und stupste mich in die Seite.
Eine dreiviertel Stunde lang liefen wir durch die Straßen, bis wir wieder vor meinem Haus angekommen waren. Die feuchte Kälte der etlichen Pfützen, in die ich hineingetreten war, hatte sich ziemlich durch meine Chucks gefressen und meine Zehen wurden langsam aber sicher taub. Da im ersten Stock auch endlich Ruhe eingekehrt war, konnte ich mich beruhigt ins Haus zurückbegeben!
„Bis Morgen!“, sagte Julian und nachdem ich ihm noch hinterher gewunken hatte schloss ich die Haustür und zog meine klammen Schuhe aus.
„Gute Nacht“, rief ich in Richtung Wohnzimmer und sprintete dann die Treppe hoch, wobei ich versuchte so wenig Lärm wie möglich zu machen, damit das Biest bloß nicht wieder aufwachte!
Als ich mein Zimmer betrat, stellte ich erschrocken fest, dass ich ganz vergessen hatte, abzuschließen! Doch nach genauerem Umsehen, konnte ich erleichtert feststellen, dass Liz nicht da gewesen war!
Ich tapste noch kurz ins Bad und unterzog mich einer Katzenwäsche. Dann kuschelte ich mich in einem großen T-Shirt unter die Bettdecke und sah noch eine Weile die etlichen Poster an meinen Wänden an, bevor ich schließlich das Licht löschte und in einen tiefen Schlaf fiel.



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